Eltern-Kind-Pass

Kinderschutz, Kindeswohl und Unterstützung für Familien

Kinder haben das Recht, sicher aufzuwachsen und sich gesund zu entwickeln. Manchmal brauchen Familien dabei Unterstützung. Die folgenden Informationen bieten Orientierung zum Kindeswohl, zum Schutz von Kindern vor Gefährdung und zu Unterstützungsangeboten.

Kinder haben ein Recht auf Schutz und Wohlbefinden (Kindeswohl), das gilt grundsätzlich auf der ganzen Welt. Die Rechte von Kindern sind in Österreich in Gesetzen geregelt.

Jedes Kind hat das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und den Schutz vor Ausbeutung. Kinder haben auch das Recht auf Bildung, Information und Beteiligung und viele weitere Rechte. Das Wohl des Kindes muss bei Entscheidungen rund um ein minderjähriges Kind immer beachtet werden.

Zum Kindeswohl gehören z. B. eine passende Versorgung (Nahrung, medizinische Betreuung, Wohnraum, …), eine gute Erziehung und Geborgenheit. Wichtig ist auch, die Fähigkeiten und Interessen Ihres Kindes zu fördern.

Aus Sicht des Kinderschutzes ist besonders wichtig, Gefahren für die körperliche und seelische Gesundheit des Kindes zu vermeiden. Dazu zählen z. B. Gewalt, Übergriffe oder das Miterleben von Gewalt an wichtigen Bezugspersonen.

Wer hilft, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist?

Verschiedene öffentliche und private Organisationen setzen sich dafür ein, dass die Rechte und das Wohl von Kindern geschützt und Familien unterstützt werden. Die Angebote bieten Beratung, Begleitung und Unterstützung für Eltern und Kinder. Viele dieser Angebote sind freiwillig sowie unverbindlich und können kostenlos in Anspruch genommen werden.

  • Die Kinder- und Jugendhilfe hat den gesetzlichen Auftrag, Kinder zu schützen. Besteht die Sorge, dass das Wohl eines Kindes gefährdet sein könnte, können sich Eltern oder andere Bezugspersonen an die Kinder- und Jugendhilfe wenden. Diese unterstützen Familien dabei, passende Hilfen zu organisieren, Kinder zu schützen und Eltern zu entlasten.
  • Die Frühe Hilfen bieten Unterstützung für Familien mit Belastungen oder Überforderung in der Schwangerschaft und in den ersten drei Lebensjahren des. Die Angebote sind kostenlos und freiwillig. Frühe Hilfen begleiten Familien z. B. durch Hausbesuche und vermitteln bei Bedarf weiterer Unterstützungsangebote. 
  • Familien- oder Elternberatungsstellen unterstützen Eltern bei Fragen zur Erziehung, Konflikten in der Familie und vielen weiteren Themen. Zudem werden Elternbildungsveranstaltung angeboten.
  • Kinder können von körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt betroffen sein – durch fremde, aber auch durch nahestehende Personen. In solchen Situationen bieten Kinderschutzzentren  und spezialisierte Beratungsstellen rasch und kostenlos Unterstützung für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. 

Sie beraten Betroffene und Angehörige, begleiten in belastenden Situationen und helfen dabei, die nächsten Schritte zu planen. Bei Bedarf bieten sie auch psychosoziale und juristische Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche, die Gewalt erlebt haben und in einem Gerichtsverfahren aussagen müssen. Diese Unterstützung hilft Eltern und Bezugspersonen dabei, in einer schwierigen Situation gute Entscheidungen für ihr Kind zu treffen.

Letzte Aktualisierung: 15.09.2026