Eltern-Kind-Pass

Mehrlingsschwangerschaft

Eine Mehrlingsschwangerschaft liegt vor, wenn zwei oder mehr Kinder in der Gebärmutter heranwachsen. Am häufigsten kommen Zwillinge vor, aber es gibt auch Schwangerschaften mit Drillingen, Vierlingen oder mehr Kindern.

Mehrlingsschwangerschaften können genetisch bedingt sein. Manchmal werden auch zufällig zwei oder mehr Eizellen befruchtet.

Da Mehrlingsschwangerschaften als risikoreicher gelten, werden Sie wahrscheinlich öfter zu Vorsorgeuntersuchungen eingeladen. Das stellt sicher, dass es Ihnen und Ihren Babys gut geht und mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden. 

Zum Beispiel ist das Risiko einer Frühgeburt oder von Wachstumsproblemen Ihrer Kinder erhöht. Dabei ist ausschlaggebend, ob sich Ihre Babys einen Mutterkuchen (Plazenta) und/oder eine Fruchtblase (Fruchthöhle) teilen. Teilen sich die Ungeborenen einen Mutterkuchen, besteht die Gefahr, dass sich Ihre Babys nicht gleichmäßig gut entwickeln (auch Fetofetales Transfusionssyndrom genannt). Ob sich Ihre Baby einen Mutterkuchen und/oder eine Fruchtblase teilen, lässt sich mit einer Ultraschalluntersuchung feststellen. Am zuverlässigsten gelingt diese Beurteilung zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche.

Außerdem treten einige Erkrankungen bei einer Mehrlingsschwangerschaft häufiger auf. Dazu zählen z. B. Präeklampsie (früher Schwangerschaftsvergiftung genannt), Schwangerschaftsdiabetes, erhöhter Blutdruck, verstärkte Übelkeit oder Thrombosen.

Die Entscheidung, ob Ihre Babys vaginal oder durch einen Kaiserschnitt (Bauchgeburt) zur Welt kommen, hängt von vielen Faktoren ab, z. B. von der Position Ihrer Babys, der Schwangerschaftswoche und Ihrer Gesundheit und der Ihrer Babys. Besprechen Sie Ihre Möglichkeiten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und Ihrer Hebamme.

Viele Eltern erleben den Austausch mit anderen Eltern von Mehrlingen als hilfreich. Zusätzliche Unterstützung bieten spezialisierte Beratungsstellen und Gruppen. 

Nackter Babybauch von schwangerer Frau.

Weitere Unterstützung und Beratung finden Sie hier:

Um Unterstützung in Sachen Ernährung der Kinder, Babypflege und andere Themen in der ersten Zeit zu Hause zu erhalten, suchen Sie so früh wie möglich nach einer Hebamme, die Sie in der Zeit rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett begleitet. Die Website des Österreichischen Hebammengremium hilft Ihnen bei der Suche nach einer Hebamme in Ihrer Nähe. 

Die Familienbegleitung durch Frühe Hilfen unterstützt in belastenden Situationen.

Das Kinderbetreuungsgeld erhöht sich bei Mehrlingen um 50 Prozent des jeweiligen Tagesbetrags. Der Tagesbetrag ergibt sich aus der jeweils gewählten Bezugsdauer. Bei Zwillingen beträgt der Tagesbetrag das 1,5-Fache, bei Drillingen das Doppelte usw. 

In manchen Bundesländern ist es möglich, finanzielle Förderungen für Mehrlingsgeburten zu beantragen. Informieren Sie sich auf der Website Ihrer Bundeslandes.

Letzte Aktualisierung: 15.09.2026