Eltern-Kind-Pass

HIV, Aids und Schwangerschaft

Das humane Immundefizienzvirus (HIV) ist der Erreger des „acquired immunodeficiency syndrome“ (AIDS). Wenn HIV nicht behandelt wird, schädigt es das Immunsystem, was zu AIDS führen kann. Die Übertragung von HIV von einer Schwangeren auf ihr Kind ist möglich, kann jedoch mit entsprechenden Maßnahmen erheblich reduziert werden.

HIV kann durch den Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten wie Blut, Samen, Vaginalsekreten und Muttermilch übertragen werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr, der gemeinsame Gebrauch von Nadeln oder die Weitergabe von einer Mutter auf ihr Kind sind häufige Übertragungswege. Eine mit HIV Infizierte kann das Virus während der Schwangerschaft, der Geburt oder durch Stillen auf ihr Baby übertragen.

HIV und Auswirkungen auf das ungeborene Kind

Bei Kindern, die mit HIV infiziert sind und nicht behandelt werden, kann die Erkrankung rasch voranschreiten, was zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen kann. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sind daher sehr wichtig.

Im Rahmen des Eltern-Kind Passes ist die Durchführung eines HIV-Antikörpertests bis zum Ende der 16. Schwangerschaftswoche (bis SSW 15+6 Tage) bei der ersten Laboruntersuchung für alle Schwangeren vorgesehen.

HIV-Übertragung während Schwangerschaft und Stillzeit verhindern

Ist eine Schwangere HIV-positiv, soll sie von ihrer niedergelassenen Frauenärztin/ihrem niedergelassenen Frauenarzt weiterbetreut und an ein spezialisiertes Zentrum angebunden werden. Es gibt mehrere Maßnahmen, um eine Übertragung von der Schwangeren auf ihr Kind zu verhindern.

Die wichtigste Maßnahme bildet die antiretrovirale Therapie (ART). Diese Therape kann das Risiko einer Übertragung von der Schwangeren auf das Kind auf weniger als ein Prozent reduzieren kann. Mit der richtigen Behandlung und Betreuung können HIV-positive Schwangere gesunde Babys zur Welt bringen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt HIV-positiven Stillenden in Industrieländern wie Österreich, ihre Kinder nicht zu stillen, sondern mit Milchersatznahrung zu ernähren, um so das Risiko einer Übertragung auf das Kind durch die Muttermilch zu stoppen. Die Österreichische AIDS Gesellschaft sieht diese Empfehlung mittlerweile offener. Wenn die Stillende eine geringe Viruslast < 50 Kopien/ml aufweist, medizinisch betreut wird und ihre Therapie nach Vorschrift befolgt, kann die gemeinsame Entscheidung für das Stillen ausfallen.

Letzte Aktualisierung: 15.09.2026