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Häufige Beschwerden in der Schwangerschaft

Der Körper arbeitet in der Schwangerschaft viel, um das Baby gut zu versorgen. Hormone und Organe passen sich der neuen Situation an. Deswegen können Beschwerden auftreten, die zwar unangenehm sind, aber meist harmlos.

Symptome wie Übelkeit, Verstopfungen oder Müdigkeit können vorkommen. Die Beschwerden verschwinden oft später in der Schwangerschaft oder danach von selbst wieder. Hier gibt es Informationen dazu, was bei Schwangerschaftsbeschwerden hilft und wann eine Ärztin / ein Arzt aufgesucht werden muss.  

Übelkeit und Erbrechen

Vor allem am Anfang der Schwangerschaft leiden viele Schwangere unter Übelkeit und Erbrechen. Diese Beschwerden sind häufig, meist mild bis mäßig ausgeprägt und klingen in der Regel bis zur 16. bis 20. Schwangerschaftswoche von selbst wieder ab. Lassen Sie sich von einer Hebamme oder von Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt beraten, was Sie dagegen tun oder einnehmen können. 

Darmträgheit und Verstopfung

Durch die Veränderung der Hormone – besonders durch das Hormon Progesteron – entspannt sich in der Schwangerschaft die Darmmuskulatur, und der Darm arbeitet langsamer. Dadurch kommen häufig Verstopfung und/oder Blähungen vor. Ausgeglichene Ernährung, reichliches Trinken und regelmäßige Bewegung helfen der Verdauung. Sprechen Sie offen mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt über mögliche Beschwerden.

Krampfadern (Varizen)

In der Schwangerschaft wird die Menge des Blutes der Schwangeren mehr, um den Körper gut versorgen zu können. Auch werden die Blutgefäße weiter. Staut sich das Blut in den kleinen Venen, können an der Haut sogenannte Besenreiser oder Krampfadern sichtbar werden. Krampfadern können in der Schwangerschaft an Beinen, aber auch in der Leiste, an den Labien oder in der Vagina entstehen. Oft bilden sie sich in den ersten Wochen nach der Geburt von allein zurück.

Stützstrümpfe oder regelmäßige Bewegung können helfen. Weitere Informationen finden Sie hier: Sport und Bewegung in der Schwangerschaft.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden ist die Bezeichnung für ein spezielles Netz an Blutgefäßen, das im letzten Teil des Darmes liegt. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der „Polsterung“ des Darmausgangs. Jeder Mensch hat Hämorrhoiden, das ist ganz natürlich.

Meistens ist aber mit Hämorrhoiden gemeint, dass diese Blutgefäße zu groß oder zu dick sind. Sie können – so wie Krampfadern – bei hohem Druck in den Venen entstehen. Das kann zu Juckreiz, leichten Blutungen oder Schmerzen im Bereich des Anus führen. Nach der Geburt gehen vergrößerte Hämorrhoiden oft von allein zurück. Besprechen Sie mögliche lindernde Maßnahmen mit Ihrer Hebamme oder mit Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt.

Wasseransammlung im Gewebe (Schwangerschaftsödeme)

Durch mehr Blut und mehr Belastung der Venen in der Schwangerschaft kann auch mehr Wasser im Gewebe eingelagert werden. Das nennt man Ödeme. Dabei tritt Wasser aus den Gefäßen aus und lagert sich im Gewebe ein. Ödeme können während der Schwangerschaft überall am Körper auftreten, besonders oft aber in den Beinen. Ödeme entwickeln sich meist langsam und sind vor allem gegen Ende der Schwangerschaft stärker ausgeprägt. Nach der Geburt gehen sie meist wieder zurück.

Wenn Ödeme früh in der Schwangerschaft oder sehr plötzlich und stark auftreten oder zusätzlich ein erhöhter Blutdruck besteht, sollten Sie zu einer Ärztin / einem Arzt gehen. Das könnte ein Zeichen für eine beginnende Schwangerschaftserkrankung (z. B. Präeklampsie) sein.

Kurzatmigkeit

Kurzatmigkeit, das Gefühl, schlechter Luft zu bekommen, oder Anstrengung beim Atmen kann früh in einer Schwangerschaft beginnen. Verschiedene Umstellungen im Körper sind dafür verantwortlich. In der Mitte der Schwangerschaft wird die Atmung oft wieder besser.

Wenn die Gebärmutter in der Schwangerschaft wächst, wird das Zwerchfell (Atemmuskel) weiter nach oben gedrückt, wodurch die Lunge zusammengedrückt wird. Zusätzlich kann auch die stärkere Belastung des Herzens zu Kurzatmigkeit führen. Gegen Ende der Schwangerschaft kann die Atmung dadurch schwieriger werden.

Schwindel und Kreislaufprobleme

Durch die Umstellungen des Herz-Kreislauf-Systems können Schwindel und Kreislaufprobleme auftreten, besonders früh in der Schwangerschaft. Das Herz muss aufgrund der Blutmenge und der weiteren Blutgefäße mehr pumpen, also mehr arbeiten. Zusätzlich ist in den ersten Wochen der Schwangerschaft der Blutdruck meist leicht niedriger. Auch der Stoffwechsel verändert sich. Das kann auch Schwindel und das Gefühl von Schwäche auslösen.

Wenn die Probleme in der zweiten Schwangerschaftshälfte anhalten, kann dies auch auf eine Schwangerschaftserkrankung (z. B. Bluthochdruck, Anämie) hindeuten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt.

Haarausfall vor und nach der Geburt

Weil sich Hormone in der Schwangerschaft ändern (besonders das Hormon Östrogen), wachsen die Haare bei vielen Frauen während der Schwangerschaft dichter und voller und sehen glänzender aus. Nicht nur am Kopf, sondern auch im Gesicht und am ganzen Körper. Nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel wieder. Dadurch fallen die Haare oft aus, vor allem in der Zeit direkt nach der Geburt (während des Wochenbetts). Danach kann das Haar eine Zeit lang stärker wachsen.

Zahnprobleme

Während der Schwangerschaft wird das Zahnfleisch mehr durchblutet. Dadurch kann es leichter zu Zahnfleischbluten kommen. Auch der Speichel verändert sich und wird saurer. Das alles kann Karies oder Entzündungen des Zahnfleisches verursachen.

Regelmäßige und gründliche Mundhygiene ist daher wichtig, um Zahnproblemen vorzubeugen. Gehen Sie bei starken Problemen oder Entzündungen zu einer Zahnärztin / einem Zahnarzt! Zahnbehandlungen sind in der Schwangerschaft immer möglich.

Rückenschmerzen

Besonders am Ende der Schwangerschaft haben viele Frauen Rückenschmerzen. Um das Gewicht des Babys auszugleichen, wird der normal gebogene untere Teil der Wirbelsäule (Lendenwirbelsäule) noch mehr gebogen. Die Bänder und Gelenke des Beckens lockern sich für die bevorstehende Geburt. Dadurch und auch durch unbewusste Fehlhaltungen (Hohlkreuz) können Rückenschmerzen auftreten. 

Zur Vorbeugung sind regelmäßige Bewegung und leichter Sport, z.B. Schwimmen, Yoga oder Walking wichtig. Dadurch werden die Muskeln kräftiger. Bei akuten Schmerzen im Alltag machen Sie eine Pause und ruhen Sie sich, wenn möglich, aus. Vermeiden Sie schweres Heben oder längeres Stehen.

Karpaltunnelsyndrom

Der Karpaltunnel befindet sich beim Handgelenk. Durch diesen Kanal laufen verschiedene Sehnen und ein Nerv (Nervus medianus). In der Schwangerschaft kann es durch viele Umstellungen zu Flüssigkeitsansammlungen beim Karpaltunnel kommen und durch diesen Druck auf den Nerv Beschwerden machen. Dazu zählen Kribbeln, ein Taubheitsgefühl („Einschlafen der Finger“) und stechende Schmerzen in Daumen, Zeige- und Mittelfinger. In der Schwangerschaft kann eine Schiene oder Physiotherapie helfen. Nach der Geburt verschwinden die Beschwerden meist wieder.

Mehr zum Thema: Karpaltunnelsyndrom finden Sie unter folgendem Link: Karpaltunnelsyndrom

Wadenkrämpfe

Schwangere Frauen leiden manchmal an Krämpfen in den Waden, vor allem nachts. Sie treten vermutlich wegen der Veränderungen im Stoffwechsel, durch körperliche Überanstrengung oder auch durch zu wenige Mineralstoffe im Körper (Magnesium, Kalzium) auf.

Bei Krämpfen kann es helfen, die betroffene Muskulatur zu dehnen. Auch eine Massage, Dehnungsübungen vor dem Schlafengehen, Wärme oder das Hochlagern der Beine können helfen, Krämpfe in der Nacht zu verhindern.

Ergänzende Beratungs- und Unterstützungsangebote:

Letzte Aktualisierung: 15.09.2026