Eltern-Kind-Pass

Beschneidung von Frauen und Mädchen (FGM/C)

Die weibliche Genitalbeschneidung (FGM/C) ist eine schwere Straftat und Menschenrechtsverletzung und in Österreich verboten. Dabei werden Teile oder das ganze äußere Geschlechtsorgan eines Mädchens entfernt oder verletzt. Betroffen sind häufig Klitoris oder Vulvalippen. Das hat lebenslange Auswirkungen auf die Gesundheit von Mädchen und Frauen.

Die Beschneidung hat viele verschiedene Namen. Der Fachbegriff lautet FGM/C und steht für die englische Bezeichnung „Female Genital Mutilation/Cutting“. Dabei werden die äußeren Geschlechtsorgane eines Mädchens oder Frau zum Teil oder ganz weggeschnitten. Betroffen sind die Klitoris-Spitze oder auch die inneren und äußeren Vulvalippen. Oft werden Mädchen vor der Pubertät im Alter zwischen vier und dreizehn Jahren beschnitten. Weltweit sind mehr als 230 Millionen Mädchen und Frauen betroffen.

Was sind die gesundheitlichen Folgen?

Eine Beschneidung schadet der Gesundheit von Mädchen und Frauen. Sie leiden ein Leben lang daran. Die Folgen reichen je nach Schwere der Beschneidung von körperlichen und seelischen Beschwerden bis hin zu schweren gesundheitlichen Problemen und großen Schmerzen: 

  • Schmerzen beim Wasserlassen und Entzündungen der Harnwege
  • Schmerzen während der Regelblutung (Menstruation) 
  • chronische Entzündungen und Schmerzen in Rücken und Unterleib
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und fehlende Lust an Sexualität
  • Ängste, Depressionen, Panikattacken
  • Geburtskomplikationen
  • Im schlimmsten Fall: Lebensgefahr für Mutter und Baby bei der Geburt

FGM/C verletzt die Menschenrechte

Eltern sind dafür verantwortlich, ihre Kinder vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren. Beschneidung wird oft mit Tradition oder Religion begründet, doch keine Religion schreibt sie vor. Sie ist schwere Gewalt an Frauen und Mädchen und in Österreich verboten.

Bestraft wird die Person, die eine Beschneidung durchführt, und alle, die dazu beitragen.

Eltern werden ebenfalls bestraft. Das gilt auch, wenn die Tat im Ausland begangen wurde.

FGM/C kann einem Kind schwere körperliche und seelische Schäden zufügen. Was bei einer Beschneidung passiert, kann nicht rückgängig gemacht werden. Körperliche und seelische Folgen können aber behandelt werden. Frauen und Mädchen, die beschnitten sind, haben Anspruch auf Unterstützung.

Wo finde ich Hilfe und Unterstützung?

Die FGM/C Koordinationsstelle bietet österreichweit kostenlose Beratung, Informationen und Unterstützung bei allen Fragen zum Thema weibliche Beschneidung (FGM/C).

Ich bin von FGM/C betroffen und …

  • möchte wissen, wie ich Unterstützung bekomme.
  • habe starke Schmerzen während der Menstruation.
  • bin schwanger und möchte eine natürliche Geburt.
  • bin schwanger und möchte wissen, was meine Beschneidung für die Geburt meines Kindes bedeutet.
  • habe Fragen zum Thema Sexualität.
  • möchte nicht, dass meine Tochter beschnitten wird.
  • habe Sorge, dass meine Schwester/Tochter/Freundin/Bekannte beschnitten wird.

Die FGM/C Koordinationsstelle hilft auch bei anderen Themen wie:

  • Probleme in der Familie oder Ehe
  • gesundheitliche Themen allgemein
  • seelische Probleme
  • körperliche und seelische Gewalt

Wie erreiche ich die FGM/C Koordinationsstelle?

Letzte Aktualisierung: 15.09.2026