Frühgeburt: Anzeichen, Ablauf und Behandlung
In den meisten Fällen dauert eine Schwangerschaft zwischen 38 und 42 Wochen. Bei einer Frühgeburt wird ein Kind vor der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche geboren. Frühgeborene Kinder können ab einem Geburtsgewicht von etwa 500 Gramm (ca. 24. abgeschlossene Schwangerschaftswoche) am Leben erhalten werden.
Anzeichen einer drohenden Frühgeburt sind typischerweise das zu frühe (vorzeitige) Einsetzen geburtswirksamer Wehen oder ein vorzeitiger Blasensprung. Weitere Anzeichen können sein:
- frühzeitige Verkürzung des Gebärmutterhalses bzw. Öffnung des Muttermundes (Zervixinsuffizienz)
- vaginale Blutung
- menstruationsähnliche Krämpfe
- unangenehm riechender und verfärbter Ausfluss als Zeichen lokaler Infektionen
Das Gefühl vorzeitiger Wehen ist meistens richtig. Sie werden von der Schwangeren vor allem an Folgendem erkannt:
- Gebärmutterkontraktionen: Die Schwangere spürt Krämpfe, die immer wieder (regelmäßig) auftreten und nicht wieder verschwinden.
- Abgang von Fruchtwasser: Bei einem vorzeitigen Blasensprung kann die Schwangere das Verlieren von Fruchtwasser bemerken.
- Blutungen: Bemerkt die Schwangere hellrote Blutungen aus der Vagina, ist dies ein Hinweis auf einen Notfall.
Diese und weitere Informationen dazu sind hier verfügbar: Was kann man tun, wenn sich eine Frühgeburt ankündigt?
Falls Sie ein Anzeichen für eine drohende Frühgeburt bemerken, suchen Sie so schnell wie möglich ein Krankenhaus auf!
Wenn Sie Hilfe brauchen, insbesondere bei einem Notfall, rufen Sie die Rettung unter 144.
Sind Sie unsicher, rufen Sie die kostenlose, telefonische Gesundheitsberatung unter 1450 an.
Krankenhäuser mit Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Kinderheilkunde (zuzüglich Neonatologie) finden Sie unter dem folgenden Link: Kliniksuche
Im Krankenhaus wird ein genaues Gespräch geführt und werden verschiedene Untersuchungen vorgenommen, um beispielsweise die Wehen und die Herztöne des Kindes zu kontrollieren. Droht eine Frühgeburt, können Ärztinnen und Ärzte und Hebammen dabei helfen, dass das Kind bessere Chancen hat, sich gut zu entwickeln. Welche Behandlungen möglich sind, können Sie hier nachlesen: Frühgeburt
Was passiert bei und nach einer frühzeitigen Geburt?
Eine Geburt auf natürlichem Wege ist auch bei zu früh geborenen Kindern möglich. Die Art und Weise der Geburt wird jedoch immer individuell entschieden, zum Beispiel nach der Lage oder den Herztönen des Kindes.
Zu früh geborene Kinder sind noch nicht voll entwickelt. Deshalb werden Neugeborene nach einer frühzeitigen Geburt zuerst vom kinderärztlichen (neonatologischen) Team untersucht. Informationen dazu gibt es hier: Neonatologie
Je früher ein Kind geboren wird, desto unreifer sind seine Organe und umso höher ist das Risiko für Erkrankungen. Die 23. bis 24. abgeschlossene Schwangerschaftswoche gilt als die Grenze der Überlebensfähigkeit. Kinder, die früher als in der 23. oder 24. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, müssen oft trotz medizinischer Hilfe mit erheblichen Einschränkungen leben.
Wie ist die Schutzfrist bzw. der Mutterschutz bei einer Frühgeburt geregelt?
Acht Wochen vor und acht Wochen nach einer Geburt dürfen Arbeitnehmerinnen in Österreich zum eigenen Schutz nicht beschäftigt werden, auch wenn sie es selbst möchten. Dieser Zeitraum wird Schutzfrist bzw. Mutterschutz genannt. Besteht eine Gefahr für die Schwangere oder ihr Kind – zum Beispiel durch Anzeichen die auf eine Frühgeburt hindeuten –, kann die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt eine Freistellung schon früher schriftlich bestätigen.
Bei einer Frühgeburt, aber auch bei Mehrlings- und Kaiserschnittgeburten beträgt die Schutzfrist nach der Geburt mindestens zwölf Wochen. Nähere Informationen dazu finden Sie unter Beschäftigungsverbote nach Entbindung
Ergänzende Beratungs- und Unterstützungsangebote:
Letzte Aktualisierung: 15.09.2026