Was ist der Eltern-Kind-Pass?
Der Eltern-Kind-Pass (früher Mutter-Kind-Pass) ist ein Vorsorgeangebot für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder bis zum sechsten Lebensjahr. Die im Eltern-Kind-Pass-Programm vorgesehenen Untersuchungen helfen, Krankheiten früh zu erkennen, rechtzeitig zu behandeln und die Entwicklung des Kindes zu beobachten.
Ab Oktober 2027 wird der Eltern-Kind-Pass digital. Das bedeutet: Für alle Personen, bei denen ab Oktober 2027 eine Schwangerschaft festgestellt wird, sind alle Informationen und Untersuchungsergebnisse über eine Smartphone-App oder einen Webbrowser abrufbar. Damit wird das vertraute gelbe Heft aus Papier abgelöst.
Der Eltern-Kind-Pass kann von obsorgeberechtigten Personen genutzt werden. Das sind in der Regel die Eltern des Kindes. Haben beide Elternteile die Obsorge, können beide auf die Informationen im Eltern-Kind-Pass zugreifen. Dadurch wird Ihnen die gemeinsame Begleitung von Untersuchungen und Entwicklung des Kindes erleichtert. Auf die Daten des Kindes können obsorgeberechtigte Personen nur bis zum 14. Geburtstag zugreifen, da das Kind ab diesem Zeitpunkt seine Daten selbstständig verwalten kann. Der Schutz persönlicher Gesundheitsdaten bleibt dabei jederzeit gewährleistet.
Laufende Weiterentwicklung des Eltern-Kind-Pass-Programms
Im Jahr 1974 wurde der Mutter-Kind-Pass als Programm der Gesundheitsvorsorge für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder (bis zum 5. Geburtstag) mit Wohnsitz in Österreich eingeführt. Mit dem Vorsorgeprogramm gelang es bereits in den ersten Jahren, die Gesundheit von Schwangeren und Säuglingen deutlich zu verbessern.
Das Angebot des Eltern-Kind-Pass wurde über die Jahrzehnte immer wieder überarbeitet und erweitert. Das Vorsorgeprogramm entspricht den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlichen Anforderungen. Dadurch erhalten Schwangere, Eltern und Kinder eine noch bessere (medizinische) Begleitung.Noch vor der bundesweiten Einführung des elektronischen Eltern-Kind-Pass wurde das Untersuchungsprogramm mit Oktober 2026 um folgende Leistungen erweitert:
- Ein Gesundheitsgespräch bietet Schwangeren die Möglichkeit, über ihre körperliche und seelische Verfassung, ihre Lebensumstände und mögliche Herausforderungen zu sprechen. Es hilft, Belastungen früh zu erkennen und passende Unterstützung anzubieten. Das Gesundheitsgespräch kann wahlweise bei einem Arzt oder einer Hebamme in Anspruch genommen werden.
- Eine Elternberatung für werdende Mütter und Väter. Diese Beratung wird von Familienberatungsstellen durchgeführt und informiert rund um die Themen Elternschaft, Erwerbstätigkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder arbeitsrechtliche bzw. finanzielle Rahmenbedingungen.
- Eine zusätzliche Hebammenberatung in der Schwangerschaft wurde eingeführt.
- Die Möglichkeit eines zusätzlichen Ultraschalls wurde geschaffen.
- Zusätzliche Laboruntersuchungen wurden aufgenommen.
- Eine detaillierte Dokumentation des Hörscreenings für Neugeborene wird stärker im Untersuchungsprogramm verankert.
Weitere Informationen zum Eltern-Kind-Pass und zum Untersuchungsprogramm finden Sie unter Eltern-Kind-Pass | Gesundheitsportal.
Letzte Aktualisierung: 04.09.2026